Der Start zum 50jährigen Schuljubiläum - Kulturtag in der Lichtburg Essen am 19.02.2015

Aus der Schülerperspektive:

Am 19. Februar besuchten alle Schüler und Lehrer, pünktlich zum 50. Jubiläum der Schule, im Rahmen des Kulturtags die Lichtburg in Essen. Dort wurden zwei Filme angeschaut, zum einen ein Film über das Projekt „Stolpersteine“, zum anderen der selbstgedrehte Schulfilm.
Die Anreise gestaltete sich für mich, als Schülerin der Q1, etwas stressig, da auf Grund der personellen Situation des ÖPNV keine Sonderfahrten vom Gymnasium zur Lichtburg zur Verfügung gestellt werden konnten, also mussten alle Stufen mit Bus und Bahn anreisen. Da nun also das gesamte Gymnasium Broich mit all seinen Stufen auf einmal mit den Mülheimer öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs war, wurde es für alle etwas enger.
An der Lichtburg angekommen, sah die Planung vor, dass sich die Sekundarstufe I mit ihren Klassenlehrern traf und die S II mit den Lehrern der Leistungskurse. Auch hier wurde es auf dem Platz vor dem großen Kino auf Grund der großen Anzahl von Schülern etwas eng. Als alle die Eintrittskarten von ihren Lehrern erhalten hatten, ging es rein ins Kino. Da ich vorher noch nie in der Lichtburg war, war ich im ersten Moment doch ziemlich überwältigt von der Größe des Kinos und der Anzahl an Menschen, die dort hinein passen. Die Sitzplätze waren so verteilt, dass die Sekundarstufe I unten vor der Bühne saß und die Sekundarstufe II oben auf dem Balkon. Eröffnet wurde die Veranstaltung durch eine kurze Ansprache seitens Herrn Metzings, in der er die Schüler in der Lichtburg begrüßte und dem Organisator, Herr Rosendahl, und der Regieführerin des Schulfilms, Frau Wyrwich-Schmeer, dankte.
Dann startete der Film über die Aktion „Stolpersteine“, in dem der Künstler und Bildhauer Gunter Demnig sein Projekt kurz vorstellte. Er wurde beim Herstellen und Verlegen seiner Stolpersteine gezeigt, die dazu gedacht sind, Menschen an die gefallenen Opfer der NS-Zeit zu erinnern. Dieser Film ging, ohne genau auf die Uhr geachtet zu haben, circa eineinhalb bis zwei Stunden und war sehr interessant. Besonders bewegend waren die Szenen des Films, in denen Demnig oder seine Auftraggeber über die Motivation hinter den Stolpersteinen gesprochen haben, wie zum Beispiel eine Frau, deren Großvater SS-Soldat war und die sich quasi bei den Opfer dieser Zeit entschuldigen will. Besonders wurde auf den Fall eines älteren Mannes eingegangen, der als Junge nach England auswandern musste und dessen Eltern, die es nicht geschafft hatten ihm zu folgen, deportiert und ermordet wurden. Für seine Eltern hatte er Stolpersteine in München legen lassen, die aber entfernt wurden.
Nach diesem Film gab es eine kurze Zwischenpause. Danach startete der Film über unsere Schule, der unter der Leitung von Frau Wyrwich-Schmeer mit vielen Schülern und Lehrern der Schule gedreht wurde. Dieser Film war gefühlt etwa eine Stunde lang. Er war in verschiedene Aspekte aufgeteilt, wie „Schönster Platz in der Schule“, „Die Lehrer“, „Das Besondere“ oder „Schülerengagement“. Zu den einzelnen Themen wurden Lehrer und Schüler interviewt, es wurden Bilder oder Aufnahmen aus verschiedenen Unterrichten, Klassenfahrten oder von Aktionen wie der Karnevalsparty oder dem Waffelverkauf gezeigt. Besonders ist mir persönlich ein Tanz zu dem Lied „Happy“ von Pharell Williams im Kopf geblieben, den einige Lehrer einstudiert hatten und der dann gefilmt wurde. Außerdem wurden Aufnahmen von der Lehrerband und einem Weihnachtskonzert gezeigt. Abgeschlossen wurde der Film von einem von Schülern aufgenommenen Lied, das wohl von dem Lied „Supergeil“ aus einer Edeka-Werbung inspiriert war und beschrieb, was eben am Gymnasium Broich so „supergeil“ ist. Insgesamt war dieser Film sehr schön gemacht, er war lustig und unterhaltsam und hat insgesamt sehr viel Beifall erhalten. Die Meinungen, die ich zu diesem Film von den meisten Schülern danach hörte, stimmten meiner im Großen und Ganzen zu - der Film war auf jeden Fall gut angekommen.
Dann löste sich gegen halb eins die Veranstaltung auf, die Schüler der Sekundarstufe I fuhren mit ihren Lehrern zurück zum Mülheimer Hauptbahnhof, wo die Veranstaltung offiziell zu Ende war. Die Sekundarstufe II durfte, so wie sie auch allein angereist war, eigenständig abreisen.
Insgesamt und in meiner eigenen Bewertung fand ich diesen Kulturtag sehr positiv. Ich habe über die Aktion „Stolpersteine“ viele Informationen mitgenommen und der Schulfilm hat mir sehr gut gefallen und war sehr lustig und gut gemacht. Im Endeffekt hat sich die ganze Veranstaltung sehr gelohnt und war der Feier des 50. Jubiläums der Schule durchaus angemessen.
Saskia Briehl
 

Aus der Lehrerperspektive:

Am 20.02.2014 traf sich eine Gruppe aus Lehrern, Schülern und Eltern, um zu überlegen, wie das 50jährige Jubiläum unserer Schule aussehen könnte. Überraschenderweise waren sowohl ein Schwerpunkt als auch die entsprechenden Aktionen schnell gefunden.
Unter Leitung von Frau von Bancels hat sich eine Projektgruppe gefunden, die sich mit der Geschichte der Stolpersteine beschäftigte. Ziel war es Stolpersteine zu Ehren einer jüdischen Familie aus Mülheim-Broich zu verlegen. Thematisch sollte sich ein Projekttag anschließen, der sich mit verschiedenen Aspekten des Nationalsozialismus auseinander setzt.
Auch ein weiterer Baustein war schnell gefunden: Ein Schulfest zu Ehren unserer Schule, bei dem auch unser neuer Gebäudetrakt und der durch die Klima-AG, unter Leitung von Herrn Böhner-Aschoff, und die Jahrgangsstufe 10 neu gestaltete Innenhof im Altbau.
Aber was fehlte war der Startschuss, eine Aktion, die unser Jubiläum einläuten sollte. Am Besten eine bei der alle Schülerinnen und Schüler und Kollegen beteiligt sind. Auch hier hatte Frau von Bancels den rettenden Einfall: Ein Kinotag sollte es werden! In der näheren Umgebung gibt es nur ein Kino, das fast 1000 Personen fassen kann, die Lichtburg in Essen. Das sollte es also sein.
Nachdem diese Entscheidung getroffen wurde, ging es an die Organisation. Die Lichtburg Essen hierfür zu gewinnen sollte sich als Leichtes herausstellen. Zunächst galt es eine Filmauswahl zu treffen. Da ein großer Schwerpunkt bereits gefunden war, bot sich eine Dokumentation zum Thema Stolpersteine an, damit alle Beteiligten einen ersten thematischen Einblick bekommen. Da dieses Thema nun aber nicht zu den leichten Stoffen gehört, sollte noch ein zweiter Film gezeigt werden. An dieser Stelle meldete sich Frau Wyrwich-Schmeer und bot sich an zum Jubiläum einen Film zu produzieren, um unserer Schule auch ein filmisches Denkmal zu setzen. So fanden sich auch einige Schülerinnen und Schüler, die sich diesem Projekt angeschlossen haben.
Nachdem der Ort und das Programm gesetzt waren, blieb ein Punkt offen, der sich organisatorisch als etwas schwieriger und aufwendiger darstellen sollte. Haben Sie schon einmal versucht 1000 Personen mit dem öffentlichen Personennahverkehr von Mülheim nach Essen zu bekommen? Aber auch dies hat mit großem Einsatz unseres Kollegiums hervorragend funktioniert, an dieser Stelle also einen herzlichen Dank.
Nach kurzen einleitenden Worten durch unseren Schulleiter Herrn Metzing, konnte der erste Teil, die Dokumentation über den Stolperstein-Künstler Gunter Demnig, beginnen. Die Anwesenden erhielten durch die Dokumentation einen sehr genauen Einblick zu den Hinter- und Beweggründen, wie es überhaupt zu der Idee der Stolpersteine kam und welche Bedeutung für die betroffenen Familien hinter diesem „Stein“ steht.
Der Schulfilm zeigte alle Facetten, die unsere Schule zu bieten hat. Sei es unsere „Happy“- Lehrertanzgruppe oder das musikalische Highlight, unsere neue Schulhymne „Supergeil“. Mit einigen Lachern konnte der Film bei allen Schülerinnen, Schülern und Lehrern überzeugen.
In der Hoffnung, dass das alle Beteiligten genauso sehen, ist uns ein guter und informativer Start in das Jubiläumsjahr 2015 gelungen!
 
Tim Rosendahl
 
PS: Falls Sie schon einmal eine Aktion für rund 1000 Personen organisiert haben, zolle ich Ihnen an dieser Stelle meinen höchsten Respekt!