Die Deutschen JuniorAkademien (DJA)

Die Deutschen JuniorAkademien (DJA) bieten talentierten Jugendlichen jedes Jahr intellektu- elle Herausforderungen, die weit über den Schulstoff hinausgehen.
In den Deutschen JuniorAkademien kommen besonders motivierte und leistungsbereite Ju- gendliche aus der Sekundarstufe I zusammen, die ihre Interessen sowie Fähigkeiten in den Sommerferien erweitern möchten.
Neben der fachlichen Arbeit spielt die soziale Komponente eine wichtige Rolle: Beim ge- meinsamen Lernen entwickeln sich neben neuen Erkenntnissen auch neue Freundschaften. Die freie Zeit zwischen den Kursen gestalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gemein- sam mit Aktivitäten wie Sport, Theater oder Musik.
Zwei Schüler/innen unserer Schule konnten sich dieses Jahr im Auswahlverfahren durch- setzen und an Akademien teilnehmen. Glückwunsch! Hier ihre Erfahrungen ...
 
G. Hesse

Junior Akademie 2021

Nanotechnologie in den Sommerferien

Mein Name ist Charlotta Nyström, ich bin 15 Jahre alt und Schülerin am Gymnasium Broich. So unglaublich es klingt, aber ich habe in den letzten Sommerferien zehn Tage damit ver- bracht, ganztägig etwas über Nanotechnologie zu lernen und zwar auf Englisch. Dazu habe ich an einer sogenannten JuniorAkademie teilgenommen, die vom Ministerium für Schule und Bildung NRW jedes Jahr ausgerichtet wird, um leistungsstarke und wissbegierige Schü- lerinnen und Schüler zusammenzuführen und zu fördern. Mein Lehrer Herr Hesse schlug mich freundlicherweise für dieses Programm vor.
An dem von mir besuchten Kurs nahmen noch 23 andere Schülerinnen und Schüler teil. Zur Auswahl standen noch viele andere Kurse zu unterschiedlichsten Fachgebieten, die von „Psy- chologie“ bis hin zu „Climate change and human rights“ reichten und größtenteils deutsch- sprachig waren.
Wegen der Corona-Pandemie wurde die Akademie in diesem Jahr in Form von Online-Kursen durchgeführt, anstatt wie in normalen Jahren im Schloss Loburg in Ostbevern stattzufinden. Meinem Professor Dr. Peter Henley-Smith blieb deshalb die Anreise nach Deutschland er- spart. Er lebt in England und war ehemals Leiter der Chemieabteilung an der Forest School. Jeden Tag wurden wir zweimal mehrere Stunden per Videokonferenz unterrichtet. Anfangs gab es noch einige technische Schwierigkeiten, doch schon am zweiten Tag funktionierte alles wie geplant. Wir behandelten viele unterschiedliche Themenbereiche zu Grundlagen und Anwendungsbereichen der Nanotechnologie und durften uns diese zum Teil sogar aussuchen. Besonders gut gefielen mir das Atom-Orbital und eine sehr lustige Vorstellung unse- res Professors, bei der er Feuer spuckte. Alles wurde uns, so gut es unter den Umständen ging, praxisnah und spannend erklärt.
Sogar das normale Freizeitprogramm konnte teilweise stattfinden. Angeboten wurden Musik und Sport, ich nahm an beidem teil. In meiner Musikgruppe nahmen wir selbstständig mit Instrumenten und Toneffekten das Hörspiel „Rotkäppchen“ auf. Dieses Projekt war auch mein Lieblingsteil der ganzen Akademie, weil ich auf das Endprodukt wirklich stolz bin. Au- ßerdem lernte ich in dieser Gruppe einige Schüler kennen, mit denen ich mich angefreundet habe. Der Sport fand in Form einer Challenge statt, bei der es Punkte für verschiedene sport- liche Aktivitäten gab. Dabei erreichten wir ein vorher festgelegtes Ziel.
Der größte Nachteil der Akademie war dieses Jahr, dass sie nur online stattfinden konnte - so fehlte ein großer Teil der sozialen Interaktion, die bei dem sonst üblichen gemeinsamen Au- fenthalt vor Ort zwischen den Kursstunden möglich gewesen wäre. Dennoch fanden eigent- lich alle Freunde und mit den inzwischen allen vertrauten Online-Meetings sowie den übli- chen sozialen Medien gelang es trotzdem gut, Kontakte aufzubauen. Tatsächlich traf ich drei meiner neuen Freunde nach den Sommerferien bei der Geburtstagsfeier eines Teilnehmers. Wir verstanden uns auch offline und ich glaube, dass diese Freundschaften noch lange hal- ten könnten. Auch mein gesamter Kurs möchte bald sich in der Realität kennenlernen, im Moment suchen wir dafür aber noch einen Termin.
Zusammenfassend kann ich sagen, dass die JuniorAkdamie NRW 2021 eine tolle Erfahrung war, bei der ich viele ähnlich denkende und engagierte Menschen kennengelernt habe. Falls ihr auch einmal die Chance bekommt, einmal einen solchen Kurs zu besuchen, rate ich euch, sie zu ergreifen. Ihr werdet es nicht bereuen!
Charlotta Nyström

Psychologie und Musik ... einmal ganz digital

Dank der Vermittlung des Büros für Individuelle Förderung des Gymnasiums Broich war es mir in diesem Jahr möglich, an einer JuniorAkademie NRW teilzunehmen. Wegen der pan- demischen Situation fanden die Vorlesungen und Veranstaltungen digital statt.
In den JuniorAkademien steht eine große Anzahl an Themen zu Verfügung. Ich habe mich für das Thema „Psychologie“ entschieden. Am ersten Tag ging es dann nach einer kurzen digi- talen Einführungsveranstaltung direkt mit den Fachvorträgen los, die von einer Studentin der Psychologie gehalten wurden.
Die Vorträge waren deutschsprachig, es hätten allerdings auch englischsprachig vorgetrage- ne Themen ausgewählt werden können. Nachdem wir uns mit den Grundlagen der Psycho- logie und verschiedenen Persönlichkeitsmodellen befasst hatten, fingen wir an, näher auf das Thema „psychische Erkrankungen“ einzugehen. Zu diesem Zweck hörten wir zwei Gast- vorträge, einen von einer Betroffenen und einen von einer Psychiaterin.
Die allgemeine Atmosphäre bei allen Vorträgen und Veranstaltungen war stets herzlich und die anderen Schülerinnen und Schüler sehr freundlich. Zur Vertiefung dieser Kontakte sowie des eigenen Wissens standen zudem Sport- und Musikkurse zu Verfügung. Ich nahm an ei- nem Musikprojekt teil, in dessen Verlauf unsere Gruppe ein eigenes kleines Streichquartett komponierte.
Ich bin froh, die Möglichkeit gehabt zu haben, an einer JuniorAkademie teilnehmen zu kön- nen. Sie sind meiner Meinung nach ein exzellentes Angebot für leistungsstärkere Schülerin- nen und Schüler, um Neues zu lernen und interessante Kontakte zu knüpfen.
Falk von Rekowski